Vinzenz-Heim, Aachen

"Gewitter im Kopf" – Update Epilepsie!

„Jeder Zehnte erleidet in seinem Leben einen epileptischen Anfall“. Fachtag zum Umgang mit Epilepsie in Einrichtungen der Behindertenhilfe

Am Montag, dem 17. September, veranstaltete  das Vinzenz-Heim in Aachen eine Fachtagung zum Thema Epilepsie. Rund 120 Gäste füllten die Mehrzweckhalle und verfolgten mit großer Aufmerksamkeit die interessanten Vorträge. Einrichtungsleitung Gudrun Jörißen begrüßte die Gäste aus dem Vinzenz-Heim, der JoVita Rheinland, aber auch weiteren Einrichtungen der Behindertenhilfe aus der Städteregion Aachen. Sie betonte wie wichtig ihr der Erhalt einer maximalen Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner unserer Einrichtung (aber ich weiß nicht, was die offizielle Sprachregelung auf der Homepage dazu ist…) trotz Epilepsie ist. Sieformulierte außerdem den Wunsch, dass durch mehr Wissen über diese Erkrankung die Stigmatisierung durch die Gesellschaft weiter abgebaut werden könne. Ute Dreiack-Pössinger, Fachbereichsleiterin Begleitende Dienste, hatte den Tag organisiert. Nach einer Einführung gab sie dem Auditorium einen kurzen Blick in die Geschichte der Epilepsie, von 1.800 Jahren vor Christus bis zur heutigen Gegenwart.

„Jeder Zehnte erleidet in seinem Leben einen epileptischen Anfall“. Mit dieser Zahl erstaunte  Priv.-Dozent Dr. Rainer Surges,  Leiter der Epileptologie des Uniklinikums Aachen, das Publikum. „Von der Pille bis zur OP“, lautete der Titel seines spannenden Vortrages. Dem renommierten Wissenschaftler gelang es gut, Nichtmedizinern die wichtigsten Fakten und Behandlungsmöglichkeiten verständlich zu machen. Die vielleicht wichtigste Botschaft seines Vortrages war, dass die diagnostische Abklärung, ob jemand an Epilepsie erkrankt ist, nur in sogenannten Fachzentren für Epilepsie erfolgen sollte, denn die Fehldiagnose läge bei über 20%.

Markus Becker von  der Firma Epitech zeigte verschiedene Überwachungssysteme. An einem Stand konnte man sich im Nachgang die Geräte noch einmal anschauen.

Dr. Ilona Krauspe-Stübecke, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Neuropädiatrie, Psychotherapie und Leitung des SPZ in Stolberg, erläuterte die optimale neuropädiatrische Betreuung von Kindern mit Epilepsie und ihren Familien. Anhand von konkreten Fallbeispielen veranschaulichte sie die Vielschichtigkeit der Epilepsieformen und erklärte verschiedene Lösungsansätze.

Ein Filmprojekt der Agentur NOCASE mit Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie und ihren Geschwistern nahm den Blickwinkel von Betroffenen auf. Die Zuschauer waren beeindruckt von den vorgeführten Filmen und der Authenzität der Kinder.

Ein praxisnaher Bericht zu einem Umzug eines Menschen mit Epilepsie von zu Hause in ein Wohnheim machte Mut diesen Schritt zu wagen und den eigenen Weg zu gehen. Angehörige Anette Wintergalen, Abteilungsleiterin Andrea Kirch und Pflegeberatung Iris Feggeler aus dem Vinzenz-Heim berichteten gemeinsam über diesen sehr gelungenen Weg.

Die Pause wurde nicht nur für den Austausch genutzt, auch eine spannende Bilderausstellung zum Thema Epilepsie faszinierte die Betrachter. Auch der Stand des Bundesverbandes für Eltern von an Epilepsie erkrankten Angehörigen war gut besucht. Eine rundum gelungene Veranstaltung um aus verschiedensten Blickwinkeln auf das Thema Epilepsie zu schauen!

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